Robert und Clara Schumann Gesellschaft Frankfurt verbindet Kammermusik mit Künstler- und Nachwuchsförderung
Frankfurt am Main. Mehr als 130 Gäste haben am 11. September 2026 in der Villa Bonn das 70-jährige Bestehen der Robert und Clara Schumann Gesellschaft Frankfurt gefeiert. Im Mittelpunkt stand dabei nicht nur der Rückblick auf sieben Jahrzehnte Musikgeschichte, sondern vor allem die heutige Arbeit der Gesellschaft mit anspruchsvoller Kammermusik und der Förderung junger Musiker.
Gegründet wurde die Gesellschaft 1956 auf Initiative des Frankfurter Arztes, Stadtpolitikers und Musikliebhabers Max Flesch-Thebesius.
Einen wichtigen Schritt in der jüngeren Entwicklung markierte 2025 die Erweiterung des Namens von der Robert Schumann Gesellschaft zur Robert und Clara Schumann Gesellschaft Frankfurt am Main. Damit wird Clara Schumanns besondere Verbindung zu Frankfurt stärker sichtbar: Von 1878 bis zu ihrem Tod 1896 lebte sie in der Stadt und unterrichtete am Dr. Hoch’schen Konservatorium. Zugleich greift die Gesellschaft das gemeinsame künstlerische Erbe von Robert und Clara Schumann in zusätzlichen Formaten neu auf.
Im Mittelpunkt der Arbeit stehen die Kammerkonzerte in den Monaten Oktober bis April in der Villa Bonn. Dort treten überwiegend junge Künstler und Ensembles auf, die bereits durch Preise und andere Auszeichnungen auf sich aufmerksam gemacht haben. Einige von ihnen schafften später den Sprung auf die großen internationalen Bühnen. Zu den Künstlern, die im Laufe der Jahre bei der Gesellschaft konzertierten, zählen unter anderem András Schiff, Frank Peter Zimmermann und das Artemis Quartett.
An diese Förderung junger Künstler knüpft auch das Engagement der Gesellschaft für die musikalische Ausbildung an. Mit dem Robert und Clara Schumann Preis für besondere musikerzieherische Leistungen würdigt sie herausragendes pädagogisches Engagement. Die Clara Schumann Meisterklasse ermöglicht besonders begabten Klavierschülerinnen und -schülern aus Frankfurter Schulen mit Musikschwerpunkt kostenfreien Unterricht bei renommierten Pianisten. Ergänzt wird das Programm durch den Clara Schumann Piano Salon.
Dr. Mirjam Sprau, Leiterin des Instituts für Stadtgeschichte, würdigte in ihrem Grußwort insbesondere das Engagement der Gesellschaft für junge Künstler und die musikalische Bildung. Die Musikwissenschaftlerin Dr. Ulrike Kienzle zeichnete in ihrer Festrede die Geschichte und Entwicklung der Gesellschaft nach.
Der Vorstandsvorsitzende Dr. Edgar Wallach dankte den zahlreichen ehrenamtlich Engagierten. Einen besonderen Moment bildete die Ehrung von Ilse Oppermann für 60 Jahre Mitgliedschaft in der Gesellschaft.
Den musikalischen Höhepunkt des Jubiläumsabends gestalteten die Altistin Seda Amir-Karayan und Professor Götz Payer am Flügel mit dem Liederabend „Frauen, Liebe und Leben“ mit Werken von Robert und Clara Schumann.
Die Gesellschaft zählt heute 176 Mitglieder und will die Verbindung von musikalischem Erbe, anspruchsvoller Kammermusik, Künstlerförderung und musikalischer Bildung auch in den kommenden Jahren weiterentwickeln.
Wolfgang Amadeus Mozart
Streichquartett D-Dur KV 575
Claude Debussy
Streichquartett g-Moll
Peter Tschaikowsky
Streichquartett Nr. 3 es-Moll op. 30